Platte des Monats 2014 - Plattensammeln - das schwarze Gold der Musikfreunde

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Platte des Monats 2014

Platte des M.

Jeden Monat wählt die Redaktion des Oldie-Marktes eine Platte zur Platte des Monats ...
Jahrgang 2014

Ausgabe

Text

Plattencover

 

12 / 2014

11 / 2014

The Milestones legen mit Higher Mountain-Closer Sun ein Hardrock-Album der Extraklasse vor.

Es ist schon längst kein Gerede mehr, dass die Rockmusik global ist. Hardrock oder Southern Rock wird in Bulgarien genauso gespielt wie in den USA, in Thailand wie in England. Oder eben in Finnland. The Milestones haben sich 1994 dort gegründet und legten Vol. 1 1996 vor. Doch nach Souvenirs 1999 war erst einmal 10 Jahre lang Schluss, ehe man mit Devil In Me 2009 wieder auftauchte – immer noch in der Originalbesetzung. Jetzt kommt Higher Mountain-Closer Sun und stellt einen perfekten Mix aus Hard- und Southern Rock dar. Vom einen Stil nahm man die Wucht und die gewaltigen Riffs, vom anderen einen kleinen Blues-Anteil und die Slidegitarre. Zusammen ergab das eine ungemein beeindruckende CD, die sowohl mitreißende Melodien wie perfekte Gitarrenpassagen enthält. Das beginnt mit dem krachenden Walking Trouble, wechselt mit Shalalalovers kurz zum poppigen, ehe man mit Drivin´ Wheel zum Southern Rock geht. Das alles absolut überzeugend. So geht das weiter. Mal kommt der Blues etwas mehr zum Vorschein, mal der knackige Hardrock. Immer aber verbindet sich die musikalische Brillianz der Formation mit ausgezeichnetem Songmaterial. Ob Sänger Olavi Tikka, die Gitarristen Tomi Julkunen und Marko Kiviluoma oder die Rhythmus-Sektion von Veli Palevaara oder Schlagzeuger Tommi Manninen: Das ist alles absolut erstklassig und verbindet sich mit den Songs zu dem Erlebnis einer perfekten Platte, ganz egal, ob sie aus Finnland oder aus Timbuktu kommt. Diese Jungs rocken und das machen sie hier toll.



Listenable POSH255 CD / Soulfood

10 / 2014

Alastair Greene kehrt auf Trouble At Your Door zum klassischen Southern Rock zurück.

Der Southern Rock gehört zu den Stilarten, die im Orkus der Rockmusik verschwunden sind. Bands wie Govt. Mule, die ihn ebenfalls spielen, werden heutzutage in die Jam-Ecke gestellt und die Allman Brothers Band hat in diesem Jahr ihre Karriere beendet. Doch das heißt nicht, dass es deswegen keinen Southern Rock mehr geben würde. Der Gitarrist, Sänger und Songschreiber, der 1971 in Santa Monica geboren wurde, bringt ihn zurück und zwar mit Material, das er mit einer Ausnahme (Strange Feeling wurde vom 2012 verstorbenen Michael Burks verfasst) selbst geschrieben hat. Was auf der gesamten Platte begeistert, ist zum einen sein ungemein druckvolles und ausdruckvolles Gitarrenspiel – speziell auf der Slidegitarre - und sein kaum schlechterer Gesang. Dazu kommt die grundsolide Rhythmus-Sektion um Bassist Jim Rankin und Schlagzeuger Arthur Beede, die Greene schön am Boden halten, und fertig ist eine herausragende Southern Rock-CD, die alles das bringt, was man von dem Stil erwartet: Erdige Lieder, jagende Gitarren und ein gnadenloser Drive, der auch die Orgel von Erik Norlander auf First Born Son und Calling For You mit einbezieht. Ansonsten jedoch beherrscht die Gitarre den Sound, auch einmal akustisch, und sorgt für die Power und den Klang des Trios. Da Greene zudem richtig gute Songs wie Power, Back Where I Belong, das akustische Red Wine Woman, Last Train Around The Sun oder Pretty Price To Pay schrieb, ist das eine Tour de Force durch den klassischen Southern Rock, der hier zu jeder Sekunde wiederbelebt wird.


Delta Groove / In-akustik 0250516

09 / 2014

Mit ihrem 24. Studio-Album beweisen die Veteranen Uriah Heep, dass sie immer noch tollen Hardrock spielen.

Große Bands sind das deswegen, weil sie vor allem in der Vergangenheit fantastische Musik gemacht haben. So sehr ihnen das ein Leben auf dem Konzert-Zirkus einbringt, so sehr arbeitet sie auch gegen sie, weil jede neue Veröffentlichung mit den Klassikern der Vergangenheit mithalten muss. Darunter hat Uriah Heep um das letzte Original, Gitarrist Mick Box, schon oft gelitten, aber mit Outsider hat man jetzt bewiesen, dass man tatsächlich in der Lage ist, nach solchen Alben wie Very ´eavy Very ´umble, The Wizard oder Return To Fantasy erneut Maßstäbe zu setzen. Ihr Debüt auf dem italienischen Hardrock-Spezialisten-Label Frontiers ist so gut ausgefallen, dass man kaum glauben kann, dass es diese Band bereits seit weit über 40 Jahren gibt. Das liegt vor allem an dem kreativen Duo um Gitarrist Mick Box und Keyboarder Phil Lanzon, die alle Lieder hier geschrieben haben. Sie haben sich nicht nur auf den alten Sound besonnen, bei dem die Orgel gleichberechtigt neben Gitarre und Gesang steht, sondern sie haben vor allem eine Fülle herausragender Songs geschrieben wie Speed Of Sound, The Law mit einer zweifelhaften Botschaft, Rock The Foundation, Is Anybody Gonna Help Me? oder Can´t Take That Away um nur einige zu nennen. Das ist herausragender Hardrock mit einem absolut individuellen Sound, der wirklich nur den Veteranen gehört. Dazu gehört die bereits angesprochene Präsenz der Orgel, aber auch der herausragende Gesang von Bernie Shaw und eben Melodien, die jeden Hörer mitreißen werden. Ein Meisterwerk!


Frontiers FR CD650 / Soulfood

08 / 2014

Nach über 30 Jahren ist  Carrie Newcomer eine perfekte CD gelungen.

Um eine gewisse Zeitspanne in der Popmusik überleben zu können, muss man mindestens Stehvermögen und natürlich auch Können besitzen. Beides weist Carrie Newcomer auf, die die Ideale der klassischen Folkmusik verkörpert. Sie ist politisch bewusst, verschließt die Augen nicht vor den Dingen, die auf der Welt passieren und entwickelt sich stetig weiter.  Ein ausgezeichnetes Beispiel dafür ist ihr neues Album A Permeable Life, auf dem sie erstmals alle ihre Talente so zusammen gebracht hat wie noch nie zuvor in ihrer Karriere. Dass sie eine gute Sängerin ist, starke Songs schreiben kann und einen eigenen Stil hat, wusste man, aber ihr gelang noch nie eine perfekte Platte. Dies ist sie. Das liegt vor allem an drei Faktoren: Zum ersten natürlich an den Liedern, die ihr so gut gelungen sind wie noch nie. Zum zweiten überzeugt sie durchgehend als Sängerin, die scheinbar mühelos und elegant die Songs umsetzt. Und zum dritten hat sie eine Schar von Musikern gefunden, die ihre Vorstellungen so umgesetzt haben, dass die Arrangements ihre Ideen so ausdrücken, wie es das Beste für die Lieder ist. Überzeugend ist zudem die akustische Grundierung, die die meisten Tracks auszeichnet, zu der jedoch ab und an elektrische Instrumente ihren Senf dazugeben. Die ganze Stimmung der Platte strahlt eine derartige Ruhe und Souveränität aus, dass sie absolut ansteckt und den Hörer beruhigt und mitreißt. Dazu tragen die Streicher-Arrangements ebenso bei wie der  unangestrengte Gesang von Newcomer. Dass sie nach so langer Zeit ein so gutes Album veröffentlicht hat zeigt, dass noch Einiges von ihr zu erwarten ist.


Available Light/In-akustik 0682157

07 / 2014

Hat Fitz & Cara Robinson beweisen mit Do Tell die Schönheit einfacher Musik.

Eigentlich ist es so einfach, gute Musik zu machen. Im Optimalfall braucht man dazu nur eine schöne Stimme, ein Instrument und gute Songs. Unglücklicherweise fehlen auf den meisten Platten mindestens eine der Komponenten – in der Regel die Songs. Doch das Duo um die irische Sängerin Cara Robinson und den australischen Gitarristen und Sänger Hat Fitz besitzt nicht nur ausgezeichnete Lieder, die sie diesmal erstmals alle selbst geschrieben haben, sondern auch einen Klang, der sie stets spannend erhält. Ob der sanfte Gesang der Dame oder das raue Blues-Idiom des Mannes oder die Vokalharmonien der beiden: Das ist superbe Musik, die zwischen den Stilen Folk und Blues liegt, akustisch ebenso überzeugt wie elektrisch und eine Originalität besitzt wie wenig andere Künstler. Was vor allem überzeugt ist, dass die beiden genauso langsame Balladen, die fast folkig daherkommen, wie schnelle Titel, die richtig rocken, singen können. Dasselbe gilt für die Besetzungen, die von einer Band bis zum akustischen Duo reichen. Und doch wird der Wechsel in den Arrangements nie spürbar, sondern der eine Track überzeugt genauso wie der andere. Überzeugend ist zudem der so unterschiedliche Gesang der beiden. Insgesamt ist das eine Platte mit einer einfachen Musik, die aber ungemein effektiv eingesetzt wird und vor allem Lieder besitzt, die diese Begleitungen aushalten und tragen, weil sie schöne Melodien, zugkräftige Riffs und starke Instrumentalteile enthalten. Diese Platte ist für das Duo selbst, für die Musikszene und für Folk und Blues ein echtes Aha-Erlebnis.




Manhaton Records HATMAN 2033/
E 1 Ent.


06 / 2014

Javier Vargas beweist mit Heavy City Blues erneut seine Klasse als Gitarrist.

Spanische Rockstars gibt es eigentlich nicht – mit einer Ausnahme: Javier Vargas hat den Sprung in die erste Liga der Gitarristen schon lange geschafft, ist ständiger Gast auf den Festivals von Eric Clapton und legt seit 22 Jahren CDs vor, die immer wieder sein Können unter Beweis stellen. Diesmal hat er sich mit Bobby Alexander, Paul Shortino und Carmine Appice nicht nur prominente Gäste eingeladen, sondern auch sein Spektrum erweitert. Die Coverversion von Love Hurts (Gesang: Paul Shortino) demonstriert, dass Vargas auch zu einem solchen Klassiker beseelt Gitarre spielen kann. Dennoch herrscht natürlich der Bluesrock vor, den er sowohl bei Instrumentals wie den Songs bringt. Bei beiden steht seine Gitarre im Vordergrund, aber er lässt seinen Mitstreitern, JT Garrette an der Orgel und dem Mann an der Mundharmonika, Feran Bosch Caliu, Raum für ihre Beiträge, was der Musik zugute kommt. Wie die meisten klasse Musiker hat es Vargas nicht nötig, im Mittelpunkt zu stehen, sondern er passt sein Spiel an die jeweiligen Lieder an, von denen er die meisten selbst geschrieben hat. Aber er bleibt nicht im Bluesrock stecken, sondern bringt immer wieder stilübergreifende Melodien oder Soli. Das macht diese CD zu einer ausgezeichneten Rockplatte, die zwar definitiv im Blues zuhause ist, aber den Stil als Startschuss für Ausflüge in andere Genres nimmt. Da Javier Vargas als Gitarrist stilistische Grenzen eh nicht anerkennt, werden die einzelnen Titel meist zu Exkursionen in die angrenzenden Gebiete ausgenützt. Das macht die Faszination der Musik aus und hebt das Niveau der Platte.


Off Yer Rocka OYR 006 / Cargo

05 / 2014

Joe Louis Walker legt mit 65 Jahren mit Hornet´s Nest seine bislang beste Platte vor.
Der Blues stand am Anfang der populären Musik in den Vereinigten Staaten und er hat immer seine Position behalten – mal etwas prominenter und mal mehr im Untergrund. Joe Louis Walker, der 1949 in San Francisco geboren wurde und schon als Teenager begann, professionell Musik zu machen, hat etliche der guten und genauso viele der schlechten Phasen mitgemacht. Das zweite Jahrzehnt im 21. Jahrhundert scheint ein eher gutes für den Blues zu werden, weil sich viele Musiker auf den ursprünglichen Stil zurückbesonnen haben und in Musikstädten wie Nashville inzwischen fast genauso viel Bluesplatten wie Country produziert werden. Auch Walker ging dorthin, um mit dem Produzenten Tom Hambridge, der die meisten Songs alleine oder mit Walker schrieb und auch noch das Schlagzeug bediente, Hornet´s Nest einzuspielen. Das war eine ausgezeichnete Idee, weil er deswegen nicht nur überragende Musiker wie den Organisten Reese Wynans bekam, sondern auch noch Songs, die alle Facetten der schwarzen Musik ausloten. Zudem war er so clever, um Coverversionen von Liedern der Rolling Stones oder von Carl Perkins aufzunehmen. Zusammen ergibt das ein wahres Kompendium der schwarzen Musik, vom Bluesrock amerikanischer und englischer Prägung über den Gospel und den Soul bis zum poppigen Rock. Das alles ist überragend, bringt sowohl die besten Fähigkeiten des Gitarristen wie Sängers Walker  zum Vorschein und diesem ein echtes Highlight seiner Karriere ein. Wer schwarze Musik der Extraklasse hören will, sollte sich hier bedienen.


Alligator / In-akustik 0854959

04 / 2014

David Crosby beweist mit Croz seine Potenz als Solist.

Wenn man es je einem Musiker nicht zugetraut hätte, über 70 Jahre alt zu werden, dann wohl David van Cortlandt Crosby, der seinen Körper mit Drogen derart quälte, dass er ihn vor einigen Jahren fast in Stich gelassen hätte. Doch eine Lebertransplantation rettete ihn und der Dank dafür sollte von allen Musikfans an den Spender gehen. Denn nachdem Crosby sein erstes Leben ziemlich verhunzt hat – als Musiker sicherlich nicht, spielte er doch sowohl bei den Byrds, bei Crosby, Stills & Nash sowie bei Crosby, Stills, Nash & Young mit, ganz zu schweigen von seinen Duoplatten mit Graham Nash und seiner Kooperation mit der Band seines Sohnes James Raymond, CPR – nützte er die Chance des Neubeginns nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wegen Drogenbesitzes in den 90er Jahren und erwies sich endgültig als musikalisch eigenständige Persönlichkeit, der nicht nur eine begnadete Stimme in den Harmonien von Crosby, Stills & Nash war. Den Beweis dafür hat er bereits bei CPR angetreten, aber Croz demonstriert erneut, dass er selbst richtig gute Musik machen kann, wobei viel davon sicher seinem Sohn James Raymond zu verdanken ist, der an den meisten Songs dieses Albums beteiligt war, die Tasten bediente und mit produzierte. David Crosby ist heutzutage bei einer Musik zwischen Jazz, Pop und Rock zuhause. Nach wie vor fallen ihm zauberhafte Melodien ein, die niemand besser singt als er. Das ist nicht nur als Alterswerk eines herausragenden Musikers beachtlich, sondern wäre genauso beeindruckend, wenn sich hier ein Newcomer präsentieren würde. Melodik, Rhythmus und die Musiker: Ein beeindruckendes Package, das absolut überzeugen kann.




Blue Castle Records / Soulfood

03 / 2014

Blackberry Smoke legen mit The Whippoorwill ein fantastisches Southern Rock-Album vor.

Der Königsweg der Rockmusik ist es nach wie vor, seine Musik im Konzert vorzustellen, sich so nach und nach eine Fanbasis aufzubauen und irgendwann ein Album aufzunehmen. Genauso ging das Quintett Blackberry Smoke aus Atlanta, Georgia vor, nachdem es sich im Jahr 2000 zusammengefunden hatte. Fundament war Gitarrist, Sänger und Songschreiber Charlie Starr, der nach und nach Musiker um sich scharte, bis er genau die richtigen gefunden hatte. Dann tourte man, was das Zeug hielt und legte auf kleinen Labeln 2003 und 2009 CDs vor, ehe man vom Country-Star Zac Brown für sein eigenes Label unter Vertrag genommen wurde. Während man in der Vergangenheit die Alben zwischen den einzelnen Gigs einspielte, ging man diesmal in das Studio von Brown und machte eine Pause, um die neue CD einzuspielen. Dieser Aufwand hat sich gelohnt, denn selten hat man in den letzten Jahren eine Produktion gehört, die mit eigenen Mitteln die großen Zeiten des Southern Rock heraufbeschwört. Hier stimmt einfach alles: Die Songs, die meistens von Starr stammen, der Mix aus den verschiedenen Zutaten, zu denen der Country genauso gehört wie der Bluegrass, der Rock genauso wie der Blues und schließlich das Zusammenspiel der Gruppe, das traumwandlerisch sicher vor sich geht und bei dem ein Rädchen in das andere greift. Es ist der Mix aus den vielfältigen Arrangements, bei denen die Tasteninstrumente genauso zum Tragen kommen wie die Gitarren, mit den ausgezeichneten Songs. Ob Melodien, kräftige Riffs oder tolle Soli: Alles da.






Earache MOSH 511CD / Soulfood

02 / 2014

Mit ihrem Reunion-Album legen Seventh Key ein ausgezeichnetes Melodic Rock Album vor.

2004 taten sich die beiden routinierten Rocker Mike Slamer (seines Zeichens Gitarrist und Songschreiber der Engländer von City Boy) und Bill Greer (Bassist und Sänger von Kansas) unter dem Namen Seventh Key zusammen, nachdem sie in den 80er Jahren bereits als Streets zusammengearbeitet hatten, um die Musik zu machen, die sie sich selbst vorstellten. Dabei kam der heutzutage Melodic Rock genannte Stil, den man früher Poprock genannt hätte, heraus. Nach drei Jahren und ebenso vielen Studio- und Liveplatten trennten sich ihre Wege wieder. Mike Slamer machte eine Soloplatte und kümmerte sich um andere Projekte, Greer kehrte zurück zu Kansas. Ihre Stärken aus den zurückliegenden Projekten haben sie auch diesmal beibehalten. Vor allem die Melodien sind teilweise schlicht und ergreifend berückend. Dazu kommen jedoch noch die Arrangements, die die Hooklines ins beste Licht rücken, genauso wie die Stimme von Greer, der beweist, warum er der Nachfolger von Steve Walsh bei Kansas geworden ist. Schon der Titeltrack am Beginn des Albums präsentiert die Stärken der beiden, mit einem sorgfältig aufgebauten Song, der in der schönen Melodie gipfelt und sie dann auf verschiedene Arten variiert. Dieses Stück gibt den Stil vor, der auch die anderen elf Tracks betrifft. Das ist atmosphärisch dichter, melodischer, gut aufgebauter Rock, den Mike Slamer als Tontechniker, Produzent, Gitarrist, Keyboarder und Songschreiber zusammen mit Billy Greer dominiert hat. Das ist sicher das beste Werk des Duos.


Frontiers Records FR CD 623 / Soulfood

01 / 2014

Mit ihrem Reunion-Album Four haben Coney Hatch das beste Werk ihrer Karriere vorgelegt.

Dass das digitale Zeitalter eine wahre Schwemme an Wiedervereinigungen mehr oder weniger legendärer Bands erbracht hat, ist eine Banalität. Ob es die Erfindung der CD war oder mehr die zeitliche Distanz zu den großen Zeiten dieser Gruppen kann man dahingestellt sein lassen. Tatsache ist, dass es so war und ist. Eine der letzten Formationen in der langen Reihe sind die Kanadier von Coney Hatch, die von 1982-85 drei Studio-Alben aufnahmen, aber nie den großen Durchbruch schafften, obwohl speziell das erste Opus von 1982 unter Fans ein echter Geheimtip geblieben ist. Ob diese Reunion zustande gekommen wäre, wenn Dixon nicht in Australien einen schweren Auto-Unfall gehabt hätte, ist fraglich. Denn seine Frau rief seine alten Kollegen an und bat sie, ihm am Telefon Mut zuzusprechen. Andy Curran, Bassist, Sänger und Songschreiber sagte zu ihm, man hätte noch eine Menge Musik zu machen mit Coney Hatch und darauf kam Dixon zurück, als er zwei Jahre später endlich wieder gesund war. 2010 stand die originale Besetzung in Kanada wieder auf der Bühne und von da an ging es fast automatisch weiter. Diese CD bietet den Hardrock, den das Quartett schon immer spielen wollte. Sie enthält fetzige Melodien, kräftige Rocker und mitreißende Soli. Wie viele andere Bands erlebten auch die Kanadier, dass man beim zweiten Mal oft die bessere Musik macht, weil man inzwischen Erfahrungen gesammelt hat, ruhiger geworden ist und seine Ideen besser kanalisieren kann. Und das alles gilt für diese ausgezeichnete CD.


Frontiers Records FR CD 619 / Soulfood


 
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