Preisentwicklung bei Schallplatten - Plattensammeln - das schwarze Gold der Musikfreunde

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Preisentwicklung bei Schallplatten

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Preisentwicklung bei Schallplatten
Anhand der Top-20 der Oldie-Markt-Auktionen der letzten 5 Jahre kann man den Trend zu den selteneren und entsprechend teuren Schallplatten feststellen.

 
Das Schallplattensammeln - und ich wähle dieses Wort bewusst, weil nur die Analogplatten nach wie vor die wirklichen Sammlerstücke darstellen - fing eigentlich erst in den 70er Jahren an. 

Natürlich gab es dieses Phänomen auch schon früher, eigentlich begann es mit dem Siegeszug des Rock´n´Roll, aber erst in den 70er Jahren wurde aus der Außenseiter-Liebhaberei eine Massenbewegung, bei der man in Deutschland sogar den Startschuss festmachen kann: Die erste große Schallplattenbörse fand am 15. und 16. April in Mülheim/Ruhr statt und sie wurde von dem Gründer der ersten großen deutschen Zeitschrift für Schallplattensammler, Chatterbox, Frank M. Goldmann, veranstaltet.

 Auch wenn diese Börse im Vergleich zu heutigen relativ klein war, so diente sie doch vor allem dazu, die Szene erstmals zusammen zu führen und das wiederum erzeugte bei vielen Sammlern ein Aha-Erlebnis ähnlich dem, was Joni Mitchell nach dem Woodstock-Festival in ihrem Song darüber ausdrückte: We Are Millions. 

Diese Börse und die zweite im selben Jahr in Mannheim führte zu einer Kristallisation der Sammler-Szene, die sich vor allem in der schnell steigenden Auflage der Chatterbox und dem direkten Nachfolger, dem bis heute existierenden Oldie-Markt, führte. 

Was in den späten 70er Jahren mit einer Außenseiter-Bewegung begann, war spätestens in den 90ern ein Massenphänomen, das zu Artikeln darüber im Musik-Express, Stern und anderen großewn Zeitschriften führte, was wiederum die Sammlergemeinde multiplizierte. 

Dazu kam noch in der Mitte der 90er Jahre die Umstellung von der LP auf die CD, was die meisten, die das damals durchzogen,  heute bitter bereuen dürften, weil die CDs heute nichts, und die LPs weitaus mehr wert sind als damals.

Das führt uns zu der Preisentwicklung, die seit damals teilweise explosiv verlaufen ist, was eine der Anmerkungen, die vor 20 Jahren gemacht wurde, unterstreicht: Schallplatten sind die Antiken von Morgen. 

Vergleicht man heute die Preise anerkannter Raritäten mit denen von Möbeln aus der Biedermeierzeit, wird man feststellen, dass die Platten einen Sprung nach oben gemacht haben während antike Möbel bestenfalls gleich geblieben sind. 

Das beste Beispiel sind seit den 70er Jahren gesuchte Platten wie das legendäre Butcher-Cover der Beatles, das heute nicht unter einer mittleren vierstelligen Euro-Summe zu haben ist, während es man in den 70ern unter 1000 DM zu haben war. 

Ähnlich geht es mit der legendären A&M-Single der Sex Pistols, die in England für 5000 Pfund (= 14.000 Euro) gehandelt wird, während sie in den 70ern gerade einmal für einige 100 Pfund weg ging. 

Diese Aussagen werden noch durch einen Blick auf die Preischarts vom Oldie-Markt aus den verschiedenen Jahren illustriert: Da kamen anfangs sogar Platten für 16-20 Euro in die Wertung, was seit Jahren undenkbar ist. 

Das alles zeigt: Schallplatten sind tatsächlich die modernen Antiquitäten. Sammeln lohnt sich also.

Martin Reichold
Herausgeber Oldie-Markt


 
 
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