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Labelkunde
Labelkunde - Artikel aus den Oldie-Markt-Magazinen

Ausgabe
12-2014
Revilot war ein Label in Detroit, auf dem sowohl Darrell Banks als auch Parliament auftauchten.
 
Städte werden nicht wegen eines Künstlers oder einer einflussreichen Plattenfirma zur Legende in der Geschichte der populären Musik,. sondern weil sich zu einer bestimmten Zeit soviel Talent dort ansammelte, dass das zu einer Hochblüte der Popmusik führte. Ein sehr gutes Beispiel dafür war ab den späten 50er Jahren Detroit, das damals noch die Hauptstadt der amerikanischen Auto-Industrie darstellte. Folglich gab es jede Menge Jobs in der Stadt und das wiederum führte zu einer gewaltigen Zuwanderung aus dem Süden der Vereinigten Staaten. Spätestens in den 60er Jahren war es soweit, dass die Kinder der zuerst als Arbeiter angekommenen Frauen und Männer ihre Zukunft in der Popmusik sahen und für eine Welle von begabten Menschen sorgten. Deswegen existierte bereits vor Motown eine Fülle kleiner Firmen, die bereits genau den Klang brachten der später auch dem Label von Berry Gordy jr. zum Welterfolg verhelfen sollte. Eines davon war das Revilot-Label, das der DJ LeBron Taylor 1966 gegründet hatte, als er zusammen mit dem Produzenten Don Davis die Firma Hitsound Productions ins Leben gerufen hatte, da er als Musikdirektor der Radiostation WCHB eine gute Position hatte, um neues Talent zu sichten. Als ersten sicherte er sich für sein  Label den Vokalisten Darrell Banks und der landete mit der ersten Single auf Revilot, Open The Door To Your Heart, einen Hit. Das war natürlich fantastisch und Taylor wurde weiter fündig. Mit Parliament  hatte er erneut Erfolg, oder besser mit George Clinton, der der einzige Mann der originalen Besetzung, die ihren Ursprung in seinem Friseursalon in Plainfield, New Jersey hatte, im Studio in Detroit war, als nach etlichen Versuchen auf kleinen Labeln endlich der erste Hit mit (I Wanna) Testify gelang. Ansonsten waren auch noch Leon Ware und die Holidays  bei Taylor unter Vertrag, die ebenfalls Erfolge feierten. Revilot besaß drei verschiedene Gestaltungen des Labels. Das erste Design, das nur auf der ersten Single stattfand, brachte ein glänzendes graues Label, mit dem lateinischen Schriftzug der Firma, der schrägen Linie und den Angaben unterhalb des Lochs sowie links und rechts davon. Das zweite Design war grafisch ähnlich gehalten, aber in pink und das dritte ebenfalls, aber farblich aufgelockert.





11-2013
Das V-Tone Label aus Philadelphia war von 1958-1962 aktiv und agierte im Doo-Wop- und Rock´n´Roll-Bereich.

Sieht man sich die kleinen Label an, dann ist es auffallend, dass die meisten der kleinen Plattenfirmen in den 50er Jahren gegründet wurden. Das hatte seinen guten Grund: Der Rock´n´Roll war am Anfang eine Musik, die von unten kam und die die großen Firmen in der Regel verschlafen hatten. Zudem war es relativ billig, eine Rock´n´Roll- oder Doo-Wop-Single aufzunehmen: Man brauchte dazu keine großen Orchester und keine Arrangeure wie sie die Major Labels beim Pop der 50er Jahre zwingend einsetzen mussten. Und die Tonqualität war ebenfalls nicht besonders sophisticated, schließlich waren Stereo-Platten erst durch die Erfindung des Füllschrift-Verfahrens des deutschen Erfinders Eduard Rhein möglich geworden. 1954 erschien die erste Stereo-LP in den USA, 1956 in Deutschland, natürlich im Klassik-Bereich. Solange war man beim Rock´n´Roll noch lange nicht und so war die Chance, einen Hit herzustellen, für ein kleines Label fast so gut wie für die großen. Venton „Buddy“ Caldwell hatte als Polsterer gearbeitet, bis er angesichts des Booms der Doo-Wop- und Rock´n´Roll-Gruppen seine Chance erkannte, und 1958 in Philadelphia das V-Tone Label gründete. Im selben Jahr legte er mit Len noch einmal nach. Seine Stoßrichtung war klar: Er wollte den Jugendmarkt ausbeuten. Das klappte relativ schnell: The Hunch vom Bobby Peterson Quintet schaffte Ende 1959 die Nr. 71 in den USA, Irresistible You vom selben Künstler erreichte 1960 die Nr. 96 in den amerikanischen Popcharts. Bobby Parker, der bei den Charms gewesen war und danach in der Band von Bo Diddley spielte, kam mit Watch Your Step im Sommer 1961 in die Popcharts. Andere Künstler waren Big Al Downing, The Parliaments und Clyde Stacey. Da der Erfolg nachließ und die Zahlungen der Vertriebsfirmen nur tröpfelnd eingingen, stellte Caldwell die Label 1962 und 1963 ein.
Die Single-Label von V-Tone hatte zwei verschiedene Gestaltungen: Zuerst erschien der Name oben auf dem Label und erinnerte an den Aushang eines Ladens. Das Ganze fand auf einem dunklen Blau statt und die Schrift war in Silber gehalten. Später fand das wesentlich simpler in schwarzer Schrift auf der gelben Grundfarbe statt. Da von der Firma nie eine LP veröffentlicht wurde, sind die Single bis heute relativ stark im Preis gestiegen, zumal nur zwei CDs mit dem Material der beiden Label erschienen sind, die bereits seit langem gestrichen sind. Deswegen ist V-Tone ein gesuchtes R&B- und Rock´n´Roll-Label der späten 50er und frühen 60er Jahre geblieben.



09-2013
Das Westbound-Label aus Detroit schrieb die Geschichte der Soulmusik in der Stadt nach Motown weiter.

Selten wurde die Musikszene einer Stadt durch die Abwanderung einer Firma so getroffen wie Detroit 1971, als Berry Gordy jr. beschloss, mit Motown nach Los Angeles umzuziehen, weil er zum einen die Zukunft seiner Firma im Filmgeschäft sah und zum zweiten in eines der Zentren der amerikanischen Unterhaltungsindustrie gehen wollte. Der Verlust für Detroit war die Chance für Armen Bolodian, der 1969 bei der Fahrt über die Stadtautobahn von Detroit dank eines Verkehrsschildes den Namen für sein Label serviert bekam: Westbound Records sprang zumindest teilweise in die Bresche, die Motown hinterlassen hatte. Bolodian war bereits vorher im Geschäft mit der Musik tätig gewesen und hatte sich kurz davor dazu entschlossen, ein eigenes Label zu gründen. Da er gute Beziehungen zu dem Rundfunksender CKLW in Windsor hatte, bekam er von der Programmdirektorin Martha Jean Steinberg den Tip, dass der Produzent Willie Mitchell aus Memphis (Al Green) ein neues Label suchte. Prompt schlug Bolodian zu und landete mit Denise LaSalle einen Nr.-1-Hit, nachdem Funkapolitan zuvor einen Top-20-Hit in den schwarzen Charts gelandet hatten. Und Bolodian hatte keine Angst, auch Bands von woanders her zu verpflichten: Er nahm die Ohio Players unter Vertrag, die zwar erst bei Mercury ihre wirklich großen Erfolge einfuhren, aber auch für Westbound einiges verkauften und er verpflichtete die Detroit Emeralds, die für seine Firma mit ihrer Stärke in den Diskotheken der Eisbrecher für Künstler wie Dennis Coffey und CJ&Co. waren. Auf der anderen Seite vernachlässigte Bolodian nie die Quelle der Inspiration für die meisten Bereiche der schwarzen Musik, den Gospel, der ihm 1983 den letzten Hit seines Firma einbrachte: Die Clark Sisters kamen aus einer seit 1930 im Gospel aktiven Familie und You Brought The Sunshine wurde zu einem echten Clubhit. Bolodian steht bis heute seiner Labelfamilie (es existierte auch Eastbound) vor, wenngleich er heute vor allem damit beschäftigt ist, Material für andere zu lizenzieren und die Reissues zu überwachen, die über Ace in England auf den Markt kommen. Das erste Label war in schlichtem Lindgrün gehalten, das zweite vielfarbig um einen westwärts ausgerichteten Pfeil und das dritte bezog sich auf eine Lokomotive, die ebenfalls nach Westen brauste, farblich zwischen braun und grau.





07-2013
Ric-Tic war eines der besten Soul-Label aus Detroit, doch Motown beendete auch seinen Erfolgsweg.

Eine erfolgreiche Plattenfirma aus einer Stadt bedeutet weder, dass es vorher dort kein ähnliches Label gab und auch nicht, dass es nicht während der Existenz der Gesellschaft keine andere gab, die dieselbe Musik herausbrachte. Tatsächlich existierte die Ric-Tic- (der Name wurde zu Ehren des kurz zuvor in einem Unfall getöteten Sohn der einen Gründerin, Joanne Bratton, Derek, gegeben) und Golden World-Labelfamilie seit Januar 1962 und begann mit Popmusik. Nachdem zunächst die Veröffentlichungen beider Firmen auf einem gelben Label erschienen, änderte sich das im Juli 1964, als Ric-Tic eine eigene Identität erhielt. Fortan erschienen die Singles der Firma auf einem strahlenden Karmesinrot, das Design war ansonsten sehr schlicht gehalten. Der Erfolg des sich alleine auf den Rhythm & Blues und den Soul konzentrierenden Firma stellte sich fast sofort ein: Schon die Nummer 103 erbrachte dank des Edwin Starr-Hits Agent Soul im Juli 1965 richtig Geld ein (er landete sogar in den Popcharts auf dem 21. Platz) und von da an kamen die goldenen Monate der Schöpfung von Joanne Barrett und Ed Wingate, die sie zu den hauptsächlichen Rivalen von Berry Gordy jr. und Motown machten. Nicht nur neue Künstler wie JJ Barnes, Laura Lee und die Fantastic Four waren erfolgreich, sondern auch Edwin Starr feierte mit Stop Her On Sight (SOS) und Headline News weitere Erfolge. Dementsprechend führte man ab der Nummer 121 ein neues Labeldesign ein, das ab Januar 1967 die Singles zierte: Der Name stand jetzt rechts vom Mittel-Loch in einem Kreis, alles fand auf einer in Grün gehaltenen Spirale statt, die optisch wesentlich besser wirkte als das zuvor vergleichsweise einfach gehaltene Label. Natürlich konnte Motown einen solch erfolgreichen Mitbewerber nicht dulden und so kaufte man sich einfach die Stars von Ric-Tic ein, was speziell für Edwin Starr eine große Karriere bedeutete, während die anderen Künstler im riesigen Motown-Stall eher untergingen. Das war jedoch noch nicht das Ende für das Label. Ed Wingate verpflichtete neue Künstler wie Al Kent und die Flaming Embers oder die Detroit Emeralds, die für die restlichen Veröffentlichungen bis zur Nummer 145 sorgten, die dann das Ende für das Label bedeuteten. Das Angebot von Berry Gordy jr., nicht nur die beiden Firmen zu kaufen, sondern auch die restlichen Label, die Wingate inzwischen gegründet hatte, bedeutete 1968 das Ende für diese Familie. Gerüchte in England, dass Wingate, weil Gordy den Namen nicht mitgekauft hatte, das Ganze ab Ende 1968 in Illinois weiterbetrieb, sind genau das: Gerüchte ohne einen Wahrheitsgehalt. Sie kamen nur deswegen auf, weil die 45 Singles, die von 1964-1968 erschienen, im Laufe der Northern Soul Sammelbewegung zu extrem gesuchten Raritäten wurden, speziell die von Edwin Starr, Al Kent und JJ Barnes. Das soll zu Überlegungen von Wingate und dem Leadsänger der Flaming Embers, James Epps geführt haben, das Label in den frühen 70ern wieder auferstehen zu lassen. Aber auch das führte zu nichts.



05-2013
Look war von 1968-1970 ein Sublabel für Starday-King Records in Nashville.

Sublabel sind für größere Plattenfirmen eine bequeme Möglichkeit, andere Stilarten auszuprobieren als die, mit denen die Mutter erfolgreich ist oder auch Verluste zu generieren, mit denen man die Gewinne des großen Labels neutralisieren kann. Es gibt viele der kleineren Firmen, die ähnlich erfolgreich wurden wie ihr großes Vorbild. So schafften beispielsweise Gordy und Soul in der großen Zeit von Tamla Motown fast so viele Hits wie die ursprüngliche Firma. Das klappte natürlich nicht immer so wie geplant. Ein schönes Beispiel von diesen Sublabeln ist Look, das die erfolgreiche Country-Firma Starday-King 1968 einführte, um Künstler und Gruppen aus dem Softrock und –Pop-Bereich aufzunehmen. Einen großen Erfolg konnte man jedoch mit keinem der Tonträger erzielen, so dass nach 32 Singles 1970 Schluss war. Nur die Band Heart – nicht zu verwechseln mit den Hardrockern um die Schwestern Wilson aus Kanada – veröffentlichte in dieser Zeit zwei LPs auf dem Label und Singles kamen von solchen Künstlern wie Freddie Chavez, Jack Kane, The Blue Marble Faun oder Mother´s Worry auf den Markt, von denen aber keine wirkliche Erfolge feierte. Trotz der nicht sehr langen Lebensdauer des Sublabels existierten zwei Spielarten des Labels: Das erste kam in karmesinroter Farbe mit einer eher schlichten Gestaltung, bei der der Name der Firma immerhin in eckige Klammern gesetzt worden war. Ansonsten war nicht viel zu sehen, nur der Name des Künstlers, der des Songs, des Songschreibers, die Bestellnummer und der Musikverlag waren links und rechts neben dem Loch zu lesen.
Die zweite Form war grafisch und vom Text her etwas anspruchsvoller: Vor allem der Name war diesmal etwas trickreicher angebracht, er stand in an ein Auge erinnernden Klammern und die Angaben waren wesentlich ausführlicher als auf dem ursprünglichen Papieraufkleber. Diesmal war auch die Farbe geändert (lindgrün), zudem waren die Angaben ausführlicher, denn es war beispielsweise auch die Vertriebsfirma zu lesen. Doch der schwache Verkaufserfolg stellte nicht nur das Schicksal des Labels in Frage, sondern er bewies zudem, dass auf dem Markt für diese Art von Musik zuwenig Interesse bestand. Deswegen stellte Starday-King die Firma ein, realisierte den Verlust und konzentrierte sich wieder auf das Tagesgeschäft, der Countrymusik. Für Sammler ist dieses Label von Interesse, weil es zum einen relativ übersichtlich ist, zum zweiten einen Musikstil bringt, der seitdem als Easy Listening gerade im anglo-amerikanischen Raum ein Sammelgebiet geworden ist und schließlich nicht so teuer sein dürfte wie ähnliche Firmen aus dem Rock´n´Roll, dem R&B oder der Soulmusik. Deswegen sollte man durchaus einmal einen Blick auf dieses eher erfolglose Label werfen. Man könnte eine positive Überraschung erleben.



03-2013
Das Fury-Label von Bobby Robinson legte über 20 Jahre fantastische schwarze Musik vor.

Im richtigen Leben gibt es Menschen, die etwas machen und solche, die es eher auf sich zukommen lassen. Bobby Robinson war definitiv einer von denen, die immer aktiv sein müssen. Er besaß mit seinem Bruder Danny einen Plattenladen in New York und stieg bereits früh in das Geschäft mit der Musik ein, indem er eine Vielzahl von Labels gründete, angefangen mit Red Robin Records 1952. Mit allen seinen Gründungen hatte er eine Zeit lang Erfolg, aber seine langlebigste Schöpfung war 1957 Fury Records, das schnell Erfolge feiern konnte, dank Wilbert Harrison und Kansas City, das 1959 die Nr. 1 in den USA belegte. Doch das war gleichzeitig der Song, der den beiden Brüdern die meisten Probleme bescherte: Sie wussten nicht, dass Harrison einen 5-Jahres-Vertrag mit Savoy besaß, weswegen diese Firma natürlich Robinson & Co. verklagte und – noch schlimmer – die Aktivitäten von Fury wegen des Prozesses eingefroren wurden. Die Antwort von Bobby Robinson: Er brachte seine Produktionen einfach auf dem Fire-Label seines Bruders Danny unter. Bis dahin war das Design seiner Firma denkbar einfach gehalten: Auf der gelben Grundfarbe war der Name der Firma denkbar schlicht oben und die sonstigen Einträge wie üblich links und rechts vom Mitteloch und darunter zu sehen. Sieben Monate dauerte diese Pause (von März bis September 1959) und verhinderte vor allem, eine Folgesingle von Harrison auf den Markt zu bringen, was die Karriere des Mannes unwiederbringlich beschädigte. Bis dahin und in den folgenden Jahren arbeitete Fury hauptsächlich im Blues. Musiker wie Lightnin´ Hopkins, Buster Brown und Arthur „Big Boy“ Crudup veröffentlichten ihre Platten dort, obwohl Robinson auch in New
Orleans aktiv wurde, wo er Lee Dorsey und Bobby Marchan unter Vertrag nahm, mit denen er einige Hits feierte. Neben Kansas City, das sich zwei Millionen mal verkaufte, fanden auch Ya Ya von Dorsey und Fanny Mae von Buster Brown siebenstellige Käuferzahlen. Nach und nach verlegte sich Robinson auf den Soul und verpflichtete deswegen Gladys Knight & The Pips, King Curtis und Don Gardner & Dee Dee Ford. Er feierte dort zwar nicht die großen Hits, legte aber beispielsweise die ersten Aufnahmen von Gladys Knight & The Pips vor, bevor sie bei anderen Labeln ihre ganz großen Erfolge feierten. Zu dieser Zeit besaß Fury bereits das zweite Design, bei dem der Name der Firma wesentlich auffälliger gestaltet wurde und den Bezug zu der berühmten Fernsehserie um das Pferd herstellte. Die restlichen Daten und die Grundfarbe blieben gleich. 1965 verkaufte Robinson sowohl Fire als auch Fury an Bell und arbeitete künftig vor allem als Produzent. In dieser Funktion hatte er bis in 90er Jahre Erfolge, weil er immer ein Ohr für aktuelle Entwicklungen in der schwarzen Musik hatte. So machte er die ersten Aufnahmen mit Grandmaster Five & The Furious Five und hatte in den 90er Jahren noch einmal Erfolg mit der Beatbox. Er starb 2011 im Alter von 94 Jahren.



01-2013
Time Records aus New York brachte ab 1959 Rock´n´Roll und Doo-Wop auf den Markt.

Es gab verschiedene Kreativ-Explosionen in der Geschichte der Rockmusik, doch die größte war immer noch die erste, nachdem Elvis Presley diese Musik dem ganzen Publikum in den USA dank des Fernsehens und seiner Singles bewusst gemacht hatte. Es geschah dasselbe wie später beim Beat oder während der Punkmusik: Einmal bekannt, schossen fast in jedem Ort der USA mindestens eine Band oder ein Künstler aus dem Boden, die sich darin versuchten, um damit im Optimalfall reich und berühmt zu werden, aber mindestens an die Mädchen heranzukommen und seinen Spaß zu haben. Das klappte oft genug um viele junge Leute zu bewegen, diese Karriere einzuschlagen, auch wenn sie im Normalfall nicht lange dauerte und irgendwann die Frage auftauchte, ob nicht die Zeit gekommen war, an eine bürgerliche Laufbahn zu denken. Natürlich traf das erst recht auf New York als eine der Medienzentralen der USA zu. In der Bronx formierten sich The Bell Notes, die sich vornehmlich aus Italo-Amerikanern zusammensetzten und in einer Wirtschaft spielten, die dem Vater von Ray Tabano gehörte, dessen Sohn später mit Steven Tyler Aerosmith gründen sollte. 1959 brachten sie auf Time Records I´ve Had It auf den Markt, das auf den sechsten Platz der nationalen Charts schoss. Doch dabei sollte es bleiben, obwohl das kleine Label noch im selben Jahr vier Singles der Band veröffentlichte, von denen sich aber nur Old Spanish Town auf dem 76. Platz platzieren konnte. Da andere Bands wie die Tabbys oder die Chariots ebenso erfolglos blieben wie Solisten wie Bernie Terrill, brachte die Firma nach den großen Jahren Anfang der 60er nur noch eher selten Singles auf den Markt, ehe man 1968 mit einer EP vom Orchester Hugo Montenegro das letzte Lebenszeichen von sich gab. Bis dahin hatten zwei Label-Designs existiert: Das erste bestand aus silbernen Buchstaben auf schwarzem Untergrund und überzeugte durch das Design des Firmen-Namens. Das große T war sehr prägnant gestaltet und gab dem Label ein Bild. Links und rechts neben dem Mittelloch fanden sich die rechtlichen Daten, unten der Name des Liedes, der des Songschreibers und der der Gruppe oder des Künstlers. Später hatte sich die Gestaltung deutlich verändert: Jetzt war das markanteste an dem Aussehen der große Punkt über dem i von Time und so blieb es. Tatsächlich besteht das Label bis heute, zog aber irgendwann nach Florida um und ist heute vor allem ein Musikverlag, der im Dancefloor-Geschäft tätig ist. Einige der frühen Veröffentlichungen haben einen gewissen Sammlerwert erreicht, wie beispielsweise die einzige Single von Bernie Terrill. Für Rock´n´Roll- und Doo Wop-Sammler ist die kleine Firma durchaus ein Begriff und dort besaß sie auch ihre Stärken, auch wenn man gegen Ende eher in Richtung Pop marschierte. Verwechseln sollte man die Firma nicht mit dem italienischen Label gleichen Namens, auf dem beispielsweise Mousse T. unter Vertrag steht.



 
 
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